Körper und Geist

Winter 2017, ein Sportmuffel wird eingeladen bei Asanna‘s Yoga-Stunden mitzumachen.

Folgender Dialog spielt sich beim Sportmuffel ab:

Geist: Wir müssen hingehen, es ist eine super Möglichkeit, ganz nah und Anna wird es sicher toll machen. Du bist träge geworden, etwas dick und unbeweglich, und die Rückenschmerzen noch dazu…
Körper: Nee, mag ich nicht, Yoga ist mir zu langsam, zu mühsam, und es ist so kalt jetzt, bleiben wir lieber zu Hause, mir geht es eh gut, man wird halt älter, das ist alles.
Geist: Nein. Ich will es versuchen. Wir gehen.

Frühling 2018, nach mehreren Yoga-Stunden.

Geist: Du, bleiben wir heute Abend zu Hause, Yoga ist fein, ich weiß, aber wir haben noch viel zu tun, wir könnten die Zeit gut gebrauchen.
Körper: Nichts da, wir gehen hin! Ich fühle mich so viel besser nach dem Yoga, da kann ich auch besser arbeiten und mich konzentrieren. Man sieht es mir auch an, die Muskeln und so, und die Rückenschmerzen sind auch weg, also, los mit dir!
Geist: Gut, gut, du hast recht, wir gehen.

Sommer 2018, die Ferien sind fast vorbei.

Geist: Endlich zurück in Wien, ich freue mich schon auf das Yoga, habe die Stunden echt vermisst.
Körper: Ich auch, ich auch! Können wir gleich gehen?
Geist: Die Muskeln stehen dir zwar gut, du musst aber offensichtlich noch an deiner Meditation arbeiten, denn du scheinst nicht sonderlich an Intelligenz gewonnen zu haben. Es ist doch Freitag, du, die Yoga-Stunde findet erst am Montag statt!

Sonya Todorova